Wissenschaft & Archive
Archive wirken auf den ersten Blick wie Orte der Aufbewahrung; stille Räume voller Schachteln, Akten und vergangener Dokumente. Doch sie sind weit mehr als Speicher des Vergangenen. Archive entscheiden mit darüber, was erinnert, erforscht und weitergegeben werden kann – und ebenso darüber, was verschwindet, vergessen oder nie sichtbar wird.
Was gelangt in ein Archiv? Was bleibt ausserhalb? Welche Vorstellungen von Wissen, Gesellschaft und Bedeutung spiegeln sich darin? Archive sind keine neutralen Lagerorte, sondern Teil wissenschaftlicher und kultureller Prozesse. Sie ordnen, bewahren und strukturieren Wissen – und schaffen damit überhaupt erst die Grundlage für Forschung, Erinnerung und neue Erkenntnisse. Wer Archive betritt, erhält nicht nur Einblick in Dokumente, sondern auch in die Mechanismen, durch die Wissen entsteht, weitergegeben und legitimiert wird.
„Archive und Wissen“ versteht Archive deshalb nicht nur als Orte des Bewahrens, sondern als Orte der Wissensproduktion. Hier entstehen neue Perspektiven auf Wissenschaft, Geschichte und Gesellschaft.